Die Begegnung mit sich selbst ist einer der wichtigsten Lebensprozesse, die wir durchlaufen. Manchmal gewollt, manchmal zufällig, führt uns das Leben unweigerlich vor Augen, wer wir sind, ob wir es sehen wollen oder nicht, ob wir es akzeptieren oder nicht. Da wir in der Dualität von Licht und Dunkelheit aufgewachsen sind, werden Teile unserer Identität, die uns verletzen, ängstigen oder die wir einfach nicht verstehen können, in eine dunkle Zone unseres Bewusstseins gedrängt. Eine Zone, die wir meiden, um in der Ruhe des Lichts zu leben oder, mit anderen Worten, dessen, was wir zu sehen dulden... und wir dulden, was gesehen wird.
Nur mit einer Taschenlampe, ihrem Körper und einem Spiegel bewaffnet, malt Patricia Rotondaro ihr eigenes Bild in den sie umgebenden Raum. Auf diese Weise kommen ihre verschiedenen Ichs zum Vorschein, und mit ihren Bewegungen gibt sie den Patricias, die sie umgeben, Leben. So wie ein einfaches Prisma uns den ganzen chromatischen Reichtum des Lichts offenbart, offenbart eine einfache Taschenlampe uns den ganzen menschlichen Reichtum unseres Körpers.
Un diálogo con las sombras ist als eine Abfolge von Bildern aufgebaut, wie Gemälde, die die Oberflächen eines Theaters bevölkern, wo sich Körper entdecken und berühren, sich begegnen und zurückweisen, sich zeigen und verstecken oder stehen und starren und uns befragen. Die Wände wurden zur Leinwand, auf der Patricias Dialog mit ihren Schatten geschrieben steht.
Team:
Gestaltung, Regie und Interpretation: Patricia Rotondaro
Musikcollage: Thomas C. Gass
Externes Auge / Inspizientin: Linda Magnifico
Dramaturgie: Julián Ignacio Garcés
Fotografie: María Cheilopoulou
"Heimat ist nicht der Ort, an dem du geboren wurdest; Heimat ist der Ort, an dem alle deine Fluchtversuche aufhören”. Naguib Mahfouz.
Die Räume, die wir bewohnen, sind Teil unserer Identität, so wie wir Teil der Räume sind. Ein Raum, der nicht bewohnt ist, hat als solcher keine Bedeutung, und ein Mensch ohne Kontext kann einfach nicht sein. Das Haus ist vielleicht, nach unserer eigenen Körperlichkeit, der Raum, der uns am meisten definiert, sei es in den ersten Lebensjahren als Bedingung für die Anpassung an die Welt oder als Erwachsener als Ergebnis dessen, was wir uns "aufgebaut" haben.
Auf der Geburtstagsfeier des Sohnes eines Freundes entdeckte ich ein Haus aus Pappe, das mit seinen Maßen von 120 x 80 x 110 cm groß genug war, sodass ein Kind darin spielen konnte, aber auch meinen eigenen Körper als erwachsene Frau aufnehmen konnte. Im Inneren dieses Raumes fühlte ich mich klein, kompakt und in meinen Bewegungen eingeschränkt, und gleichzeitig fühlte ich mich riesig. Dieses Spiel der Proportionen inspirierte mich dazu, die Beziehung zwischen meinem Körper und den Räumen weiter zu hinterfragen. Dann beschloss ich, mit der Origami-Technik, ein sehr kleines Haus in den Maßen 8x5x7cm zu falten. Mein Körper fühlte sich immer riesiger an! Jetzt war der Raum nicht mehr nur der, der mich aufnimmt und den ich bewohnen kann, sondern auch der, den ich selber gestalten und bauen kann.
Aus der Kleinheit eines Raumes, die mich umschloss, konnte ich in die Welt hinausgehen und sie gestalten. In Anlehnung an die Origami-Technik baute ich Bäume von etwa 10 cm Länge. Auf diese Weise baute ich eine Landschaft, einen Raum, in dem ich die Freiheit spürte, die mein Körper brauchte. Andererseits sah ich mich auch mit der Tatsache konfrontiert, dass ich in der Lage war, mit meinem Körper in Schwung einer improvisierten Bewegung, die Landschaft, die ich eben erschaffen hatte, zu zerstören. Das ist ein interessantes Paradoxon unserer Beziehung zu Räumen.
Die Diskussion um das Konzept des Anthropozäns ist heute eine der interessantesten Debatten in Philosophie und Biologie. Die Welt, die uns erschaffen hat, hat uns mit der Fähigkeit ausgestattet, sie zu zerstören. Diese irdische Zerbrechlichkeit, die wir akzeptieren, zwingt uns jedoch, darüber nachzudenken, wie sehr wir von unserem Raum abhängig sind. Das zeigt uns auf, dass diese Zerbrechlichkeit auch unsere eigene ist.
Die Flüchtlingskrise ist eine der wichtigsten Fragen der europäischen Realität der letzten Jahrzehnte. Es handelt sich um ein Phänomen, das nicht nur eine Krise für diejenigen darstellt, die zur Migration gezwungen sind, sondern auch für diejenigen, die sie aufnehmen.
Ausgehend von choreografischen Recherchen über meinen Körper und das Objekt Haus möchte ich untersuchen, welche Art von Tanz und Körperlichkeit aus einem Körper entstehen kann, der durch einen Raum eingeschränkt ist. Daraufhin möchte ich ihn einem neuen Raum/Kontext aussetzen und nach den physischen Spuren dieser Einschränkung suchen. Ich frage mich: Selbst wenn wir einen Raum nicht mehr bewohnen, was bleibt von ihm in unseren Körpern? Was nehmen wir mit, was lassen wir zurück.
Die Forschungsarbeit "haVITAt" wird über einen Zeitraum von 4 Wochen stattfinden. Zwei Wochen in Basel und zwei Wochen in Baden.
In Baden ist das Projekt vom Residenzzentrum Tanz+ ausgewählt worden.
In Basel wird es von Kultur Basellandschaft finanziell unterstützt.
Team:
Gestaltung, Regie und Interpretation: Patricia Rotondaro
Musikcollage: Thomas C. Gass
Externes Auge / Inspizientin: Linda Magnifico
Dramaturgie: Julián Ignacio Garcés
Fotografie: María Cheilopoulou
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